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100 Jahre Borkheider Schule

Borkheider Geschichte(n)

Geschichte(n) am Kamin am 17. und 24.1.2026

Es war wieder einmal so weit.

Die offene Geschichtswerkstatt Borkheide lud zum Kaminabend ein. Die Vergangenheit hatte gezeigt, dass sich die Veranstaltungsreihe großer Beliebtheit erfreut und deshalb wurden vorausschauend gleich zwei Termine angeboten. 

So erwarteten die Gastgeber im Saal des Fliegerheims am 17. und 24. Januar 2026 zahlreiche interessierte Gäste, die sich gern auf eine Reise durch 10 Jahrzehnte abwechslungsreichen Schullebens mitnehmen ließen.

Doch bereits vor Beginn der Rückblende hatten die Besucher die Möglichkeit, zu schauen, zu staunen und sich zu erinnern. Eine liebevoll vorbereitete Ausstellung zeigte alte Schulbücher, Schönschreibhefte, Griffelkasten, Rechenschieber und Schiebelehre, Klassenbuch und Zeugnisheft, Schulranzen und Brottasche, Pionier- und FDJ-Kleidung, ein Poesiealbum, Auszeichnungs-Abzeichen und vieles andere mehr. Diese Ausstellung wurde durch die engagierte Mitarbeit ganz vieler ehemaliger Schülerinnen und Schüler, nicht nur der Borkheider Schule ermöglicht.

100 Jahre Borkheider Schule – das war selbst für die Chronistin Heike Günther, die durch die Veranstaltung führte, eine Überraschung. Denn bei der vorbereitenden Recherche hatte sie herausgefunden, dass die Schule erstmals im Jahr 1926 Erwähnung fand, also vor genau 100 Jahren.

Während einer zweistündigen Zeitreise in die Vergangenheit hat Heike Günther es vermocht, die anwesenden Gäste zu interessieren und zu begeistern. 

Sie selbst erinnerte an die Zeit der Eröffnung der ersten Schule am 01.April 1926 im kurz zuvor erbauten Sozialgebäude der Mehlich-Werke AG in der Neuendorfer Straße.

Durch das schnelle Anwachsen der Schülerzahl musste der Schulbetrieb zweimal verlegt werden, 1928 in die 1. Gradevilla in der Straße des Friedens, bis sie dann im Jahr 1931 ihren endgültigen Standort in der Straße „An der Schule“ (heute Georg-Rothgießer-Straße) fand.

Sehr unterhaltsam führte Heike Günther durch rund 60 Jahre Schulgeschichte. 

So erinnerte sie an Neulehrerkurse, an die Einführung der Schulspeisung am 01.03.1947 und an lustige Episoden, die zur Grundsteinlegung für ein neues Schulgebäude im Jahr 1953 führten. Sie erinnerte an Altstoffsammlungen, an Fahnenappelle, an außerschulische Aktivitäten wie Pioniernachmittage, Sportveranstaltungen, Olympiaden und Spartakiaden, an Schülerpatenschaften, an Patenbrigaden, an Pionierferienlager, an die Jugendweihe und nicht zuletzt an die Einführung des Einheitlichen sozialistischen Bildungssystem 1965.

Eine willkommene Unterbrechung des Vortrags war eine von der offenen Geschichtswerkstatt geplante Kaffeepause. Vorbereitend hatte Heike Günther dafür nach einem von Ute Michel zur Verfügung gestellten Originalrezept aus dem Jahr 1943 Brotkuchen gebacken und Muckefuck gekocht. Beides wurde von Schülern der Theatergruppe der heutigen Hans-Grade-Grundschule serviert.

Leichtigkeit gewann die Veranstaltung auch durch die von Markus Krieger aufgelegten, schwungvollen „Lieder der Zeit“, die durchaus zum Mitsingen einluden.

Abgerundet wurde der Abend durch die persönlichen Erlebnisse zweier ehemaliger Schulleiterinnen. Frau Borsutzki, die die Schulleitung mit der Einführung der Grundschule im Jahr 1991 übernahm, und Frau Glumm, Schulleiterin von 2012 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst 2024, berichteten eindrucksvoll über ihre Tätigkeit. Wie ein rotes Band zogen sich immer wieder die gleichen Probleme durch den Arbeitsalltag. Was in den 1920er Jahren begann, ist auch heute noch aktuell. Wachsende Schülerzahlen, zu wenig Unterrichtsräume, fehlende finanzielle Mittel…

Doch immer wieder ließen Frau Borsutzki und Frau Glumm erkennen, dass ihre Arbeit sie ausgefüllt und stolz gemacht hat. Das lag nicht zuletzt an dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen, der guten Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung, den guten Verbindungen zu ortsansässigen Betrieben und Vereinen und der Arbeit des1992 gegründeten Schulfördervereins sowie der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern.

All dies machte und macht die Borkheider Schule schon seit Generationen zu einem ganz besonderen Wohlfühlort. 

Vom Wohlfühlort zum Wohlfühlabend.

Für ihre tolle Arbeit und ihr unfassbar großes Engagement wurde Heike Günther an diesem Abend mit dem „Abzeichen für gute Leistungen“ ausgezeichnet (eine Auszeichnung für einsatzbereite Schüler in der DDR-Zeit) und mit Blumen und großem Applaus wurde ihr für ihre ehrenamtliche Tätigkeit gedankt.

Natürlich können die Kaminabende nur so schöne Höhepunkte durch die vielen helfenden Hände werden. Wie immer haben von Beginn an die Frauen der offenen Geschichtswerkstatt mit ihren Ideen, Vorschlägen und Einsatzbereitschaft zum Gelingen des Abends beigetragen. Sie sorgen auch wie immer dafür, dass jeder Haushalt unserer Gemeinde eine von Jakina Wesselmann gestaltete Einladungskarte bekommt, indem sie diesmal die Karten bei winterlichem Wetter und zum Teil sogar Glatteis austrugen.  Markus Krieger sorgte wie immer für das technische Gelingen. Nicht zu vergessen das Fliegerheim, deren Mitarbeiter und Leitung von Toni Rüde-Mösenthin wie immer auf alle Wünsche eingehen. 

Ihnen allen ein großes Dankeschön!

Irene Eva Peuker

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